Filmkritik: "Waltz with Bashir" (2008) von Ari Folman
Rubrik: KritikenZum Filminhalt und Hintergrund: Obwohl schon am 18.11. gesehen, komme ich erst jetzt zu der Kritik - was schade ist, da der Film mir wirklich gefallen hat. Der Film beginnt mit einer eindringlichen Sequenz, wo eine Hundemeute durch eine Stadt rast, um sich vor dem Fenster eines Mannes zu versammeln. Dies ist der wiederkehrende Alptraum von Boaz, welchen er in einer Kneipe seinem Freund und Regisseur Ari erzählt.
Beide Israelis waren im Libanonkrieg 1982. Doch während sein Freund sich mit dem Alptraum plagt, hat Ari keine Erinnerungen mehr an die Geschehnisse. Mit psychologischer Hilfe, Gesprächen mit Freunden und Interviews damaliger Augenzeugen macht er sich auf die Suche nach der verdrängten Wahrheit.
Ein bewusst subjektiver Film über den Krieg.
Fazit:
Der Film ist eine echte Erfahrung und war zumindest für mich nicht einfach nur keine vergeudete Zeit. Der Film ist "rund", um den Begriff endlich mal bei einer Kritik positiv zu nutzen.
Technisch interessant ist, dass hier Animation und übermalter Realfilm zusammen kommen. Dadurch gelingt dem Film neue Eindrücke beim Zuschauer zu erzeugen, die bei einem Realfilm wohl so nicht möglich gewesen wären.
Musik, Stimmung, Tempo - passt.
Der Film hat auch viel Inhalt. Nach einer Stunde staunte ich, was schon alles behandelt worden war. Das lag vermutlich u.a. daran, dass so viele Menschen mit ihren Geschichten zu Wort kommen.
Die letzten Minuten des Films sind die einzigen Realaufnahmen ... und man vergisst sie nicht so schnell ...
(von Thorsten Schröder, November 2008)